Tsetsegsuren Bruckmeier ist Jahrgangsbeste

erfasst/geändert am 12.07.2016
Tsetsegsuren Bruckmeier hat ihre Ausbildung zur Hauswirtschaftsmeisterin als Jahrgangsbeste abgeschlossen...
Tsetsegsuren Bruckmeier ist Jahrgangsbeste

Tsetsegsuren Bruckmeier arbeitet in der Haus Lindenhof Service GmbH. Sie kam 2001 praktisch ohne Deutschkenntnisse ins Land, um zu studieren. Mittlerweile meistert sie nicht nur den Spagat zwischen Familie und Beruf, sie wurde auch als frischgebackene Hauswirtschaftsmeisterin als Jahrgangsbeste ausgezeichnet.
Die Botschaft, dass Integration in Deutschland ohne weiteres möglich sei, dass es tausendundeinen Weg gäbe, hier wirklich anzukommen, die ist ihr sehr wichtig. Entscheidend für ihren Lebensweg? Das Thema Bildung.

Als Tsetsegsuren 1974 in der Mongolei geboren wurde, gab das Leben ihr neben der Liebe der Eltern das größte Geschenk mit in die Wiege – eine bildungshungrige Familie, eine Kindheit, in der ihr beigebracht wurde, dass Lernen Privileg ist, Herausforderung und Lebensaufgabe. Vor allem der Papa, ein Staatsanwalt, ermutigte seine Kleine, ihre Fähigkeiten zu nutzen. Sie studierte Psychologie auf Lehramt, unterrichtete und sicherte sich über den guten Abschluss die Möglichkeit, in Deutschland weiter zu lernen. Sie war noch jung, wollte mehr wissen, mehr machen. So kam sie nach Stuttgart.

Hier verliebte sie sich, heiratete, gründete eine Familie und stand plötzlich vor einer ganz neuen Herausforderung. Heimisch werden im fremden Land. Lernen, dass allzu viel Ehrlichkeit im Gespräch nicht gefragt ist. Lernen, in der neuen Sprache zu denken und zu träumen. Sie fand Arbeit bei der Stiftung Haus Lindenhof, wo sie, sagt sie, sehr viel Ermutigung erfuhr. Der respektvolle Umgang hat ihr geholfen, aber auch die Bereitschaft, sie zu korrigieren und ihr Fehler aufzuzeigen: Sie will ja lernen. „Nicht stehenbleiben“ ist für sie eine ganz wichtige Wendung. Und Zielstrebigkeit und Fleiß sind für sie Tugenden, nichts was herablassend belächelt wird. Das sagt sie nicht nur so. Wie sonst hätte sie Kindererziehung, Job und die einjährige Hauswirtschafts-Ausbildung beim DHB in Gmünd stemmen können. Und als das gut lief, sattelte sie in Aalen in zweieinhalbjähriger Ausbildung die Hauswirtschaftsmeisterin drauf.

Als Jahrgangsbeste wurde sie vom Tübinger Regierungspräsident Dr. Jörg Schmidt ausgezeichnet. Suren Bruckmeier fühlt sich freilich der Stiftung Haus Lindenhof verpflichtet und will jetzt erstmal durchschnaufen. Freilich nicht lange. Denn Stehenbleiben ist für sie keine Option.

Text und Foto: Birgit Trinkle, Rems-Zeitung



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