Bundesregierung will Integrationsfirmen stärken

erfasst/geändert am 04.11.2015
Die Staatssekretäre Norbert Barthle und Christian Lange besuchten die Haus Lindenhof Service GmbH...
Bundesregierung will Integrationsfirmen stärken

Größtes Inklusionsprojekt der Stiftung
„Die Haus Lindenhof Service GmbH (HLS) ist das größte Inklusionsprojekt der Stiftung Haus Lindenhof“, sagte Direktor Hubert Sorg, Vorstand der Stiftung Haus Lindenhof bei der Begrüßung der beiden Gmünder Staatssekretäre und Mitglieder des Deutschen Bundestags Norbert Barthle und Christian Lange. Die Integrationsfirma ist eine 100-prozentige Tochter der Stiftung und beschäftigt 30 Prozent Menschen mit Behinderung (verpflichtend ist ein Anteil von 25 Prozent) auf dem ersten allgemeinen Arbeitsmarkt. Dabei handelt es sich überwiegend um schwerbehinderte Menschen mit einer geistigen und seelischen Behinderung, die eine individuelle arbeitsbegleitende Betreuung benötigen sowie Menschen mit einer schweren Sinnes-, Körper- oder Mehrfachbehinderung. Sie arbeiten – eingegliedert in die Strukturen des allgemeinen Arbeitsmarktes – gleichberechtigt miteinander. Weil die Bundesregierung solche Integrationsfirmen stärken will, um schwer- behinderten Menschen neue Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen, informierten sich die beiden Staatssekretäre bei der Haus Lindenhof Service GmbH.

Breites Leistungsspektrum
Seit 2003 ist die Stiftung Haus Lindenhof an Integrationsfirmen beteiligt, seit 2011 ist sie Alleingesellschafterin der Haus Lindenhof Service GmbH. Momentan beschäftigt die Haus Lindenhof Service GmbH 153 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Leistungsspektrum der Haus Lindenhof Service GmbH gehören Außen- und Innenreinigung, Catering, Fahrdienste, Glas- reinigung, Elektroprüfungen, Hauswirtschaftliche Dienstleistungen, Malerarbeiten und Winterdienst.

Integrationsbetriebe eine Erfolgsgeschichte
Integrationsbetriebe werden aus Mitteln der Ausgleichsabgabe über den Kommunal-verband für Jugend und Soziales (KVJS) finanziell gefördert.  Damit werde dem Umstand Rechnung getragen, dass ein Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Grund ihrer Beeinträchtigung weniger leistungsfähig sind oder besonderer Unterstützung bedürfen, so HLS-Geschäftsführer Hermann Staiber. „Insgesamt ist die Entwicklung der Integrationsbetriebe eine Erfolgsgeschichte“, bestätigte Staatssekretär Norbert Barthle, „sie könnten modellhaft durchaus auch für andere Unternehmen als Vorbild dienen.“

Menschen mit Behinderung stärker von Arbeitslosigkeit betroffen
Staatssekretär Christian Lange verwies darauf, dass laut Bundesagentur für Arbeit (BA) Menschen mit Behinderung nach wie vor deutlich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen seien als Menschen ohne Behinderung. Um mehr sozialversicherungs- pflichtige Beschäftigungen für Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu schaffen, müsse die Wettbewerbsfähigkeit der Integrationsbetriebe gestärkt werden. Direktor Jürgen Kunze, Vorstand der Stiftung Haus Lindenhof, forderte, die Integrationsbetriebe in Inklusionsbetriebe umzubenennen, denn das entspräche dem Geist der UN-Behinderten- rechtskonvention. Der Paradigmenwechsel von der Integration hin zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen müsse sich auch in Begriffen widerspiegeln.

150 Millionen für mehr berufliche Teilhabe
Barthle und Lange wiesen darauf hin, dass die Koalitionsfraktionen den Ausbau dieser Integrationsbetriebe in den kommenden drei Jahren mit 150 Millionen Euro fördern wollen, denn, so die beiden Staatssekretäre, durch diese gezielte Förderung der Integrationsbetriebe wachse die Chance die berufliche Teilhabe behinderter Menschen zu verbessern. Zehn Prozent dieser Summe käme dem Land Baden-Württemberg zu Gute.

http://www.haus-lindenhof-service.de

Foto
v.l.n.r.: Direktor Hubert Sorg, Vorstand der Stiftung Haus Lindenhof, Ute Rieck, Betriebsleiterin der HLS, Staatssekretär und MdB Christian Lange (SPD), Bonifacy Franke, Glasreiniger bei der HLS (gehörlos), Staatssekretär und MdB Norbert Barthle (CDU), Hermann Staíber, Geschäftsführer der HLS und Direktor Jürgen Kunze, Vorstand der Stiftung Haus Lindenhof.

 

 



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