Voll Freude bei der Arbeit

erfasst/geändert am 13.11.2019
Berufsvorbereitung und Arbeit vor Ort – ein Einblick in den Alltag von Dominic Knaus
Voll Freude bei der Arbeit

Die Haus Lindenhof Service GmbH (HLS) hat als Inklusionsbetrieb das Ziel, Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bieten. Oftmals werden die Menschen mit Behinderung über verschiedene Maßnahmen und/oder Kostenträger vermittelt. Ein guter Partner der Haus Lindenhof Service GmbH ist die Berufsvorbereitende Einrichtung (BVE) aus Schwäbisch Gmünd.

Die BVE ist eine besondere Form der Berufsschulstufe und wurde zur Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung oder starker Lernbehinderung geschaffen. Das Ziel dieser schulischen Maßnahme ist es, die Schüler/-innen innerhalb von zwei Jahren in ein Arbeitsverhältnis auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln. Hierfür absolvieren die Schüler/-innen zu Beginn der Maßnahme ein zweiwöchiges Orientierungspraktikum in einem Betrieb. Bei der Suche nach einem passenden Betrieb werden die Schüler/-innen von ihren Lehrer/-innen unterstützt und begleitet. Heike Bareiß, Sonderschullehrerin der BVE, berichtet stolz, dass es bereits viele Betriebe gibt, die bereit sind, den Schüler/-innen ein Praktikum anzubieten, um den Beruf kennenzulernen. Danach ergibt sich dann oftmals ein Langzeitpraktikum, in dem die Schüler/-innen drei Tage im Betrieb und zwei Tage in der Schule sind.

In den Unterrichtsmodulen werden zentrale Felder des Erwachsenenlebens wie z. B. selbstständige Lebensführung, Persönlichkeit, Sexualität, Umgangsformen etc. thematisiert und berufspraktische Basiskompetenzen wie z. B. Verarbeitung von Holz, Metall oder Nahrungszubereitung vermittelt. Zusätzlich müssen die Schüler/-innen regelmäßig Praktikumsberichte erstellen und vortragen. Die größte Motivation für die Schüler/-innen ist laut Bareiß die Mitarbeit im Praktikumsbetrieb. Für die Schüler/-innen ist die Zusammenarbeit im Team sehr wichtig, sie entwickeln sich dabei stets weiter, erlernen die alltäglichen Umgangsformen und bekommen mehr Selbstvertrauen.

Die HLS ermöglicht seit vielen Jahren den BVE-Schüler/-innen die Durchführung eines Praktikums in der Glas- und Gebäudereinigung, im A-Check oder in der Hauswirtschaft. Seit November 2018 absolviert Dominic Knaus als Schüler des BVE ein Praktikum in der Glasreinigung bei der HLS. Er berichtet, dass er bereits zu Beginn der Maßnahme wusste, dass er sein Praktikum in der Gebäudereinigung machen wollte. Als Inklusionsbetrieb ist die HLS als Praktikumsbetrieb besonders geeignet, da die Schüler/-innen trotzdem noch in einem geschützten Rahmen arbeiten und die Kollegen und Kolleginnen sowie die Vorgesetzten großes Verständnis für die individuellen Einschränkungen der Schüler/-innen haben. Deshalb werden die Mitarbeiter/-innen der HLS auch stetig im Umgang mit Menschen mit Behinderung geschult. Denn leider, so berichtet Heike Bareiß, haben andere Unternehmen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wenig Verständnis für Menschen mit Behinderung und so ist die Vermittlung zu anderen Unternehmen teilweise sehr schwierig.

Trotz den vielen Übungen und Vorbereitungen in der Schule hatte Dominic Knaus zu Beginn seines Praktikums große Schwierigkeiten bei der Umsetzung der richtigen Umgangs- und Verhaltensformen, wie z. B. der Begrüßung der Kunden, das Einhalten der Pause, die korrekte Körperhaltung. Ebenso war die Kommunikation mit den Kollegen und Kolleginnen herausfordernd, er konnte sich nur sehr schlecht verständigen. Dennoch: Dominic Knaus hat inzwischen sehr große Fortschritte gemacht, worauf die HLS und die Lehrer/-innen der BVE sehr stolz sind.

Auch die fachgerechte Ausführung der Glasreinigung ist für ihn bis heute eine knifflige Aufgabe: die richtige Falttechnik der Reinigungstücher, die genaue Dosierung der Reinigungsmittel, die korrekte Auswahl der Reinigungstücher und Reinigungsmittel. Zum Erlernen dieser einzelnen wichtigen Arbeitsschritte ist sehr viel Geduld und Motivation notwendig. Unsere Teamleitung der Gebäudereinigung, Monika Uhl, unterstützt und begleitet ihn hierbei tatkräftig. Doch Dominic Knaus hat sehr viel Spaß an der Arbeit und ist deshalb äußerst motiviert, all diese Fähigkeiten während des Praktikums zu erlernen.

Grundsätzlich gelingt es der BVE meist, alle Schüler/-innen in Praktikumsbetrieben zu integrieren und ca. 75 % der Schüler/-innen werden nach Abschluss des zweiten Schuljahres nachhaltig an Betriebe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt. Der größte Wunsch von Dominic Knaus ist es, nach dem Abschluss der Maßnahme bei der HLS in ein Arbeitsverhältnis übernommen zu werden.



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